Gerne. Ich meinte mit meiner ersten Aussage, dass das Empfinden von Gewalt auch durchaus subjektiv ist, dass Gewalt sich im Laufe der Zeit steigert, eine diffuse Angst wächst und das Opfer sich zunehmend selbst vorwirft, an der Gewalt selbst schuld zu sein.
In meinem Fall gab es zwar auch tätliche Gewalt; der aber eine lange Zeit von psychischer Gewalt vorausging. Was mich dann sehr stark gemacht hat, war die Sicherheit, dass jemand da war, der eingreift und mir -erstmal- glaubt. Eben weil der "Täter" in meinem Fall seine Aura so liebt, wollte er diese Schmach wohl nicht mehr erleben.
Es ist richtig; ich wollte durch ein Strafverfahren nicht noch weiteren seelischen Schaden erleiden und vor allem Schaden von meinen Kindern abwenden. Wie soll man beweisen, was geschehen ist? Wie soll man den Kindern erklären, dass ihr Vater ein Straftäter ist?
Jedenfalls konnte ich danach anfangen, meinen Seelenfrieden zu finden. Uns geht es heute gut.